Osterbrooklyn

Kleiner Kulturtipp zum Wochenende:
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Rund um den kleinen Wohnwagen am Löschplatz in Hamm-Süd, den ich vorigen Dezember kennen gelernt habe (also beides, Wagen und Platz), findet am 13./14. September das Osterbrooklyn-Festival statt. Das ist so eine Art Saison-Höhepunkt der sympathischen Nachbarschafts-Unternehmung Bootswagen-Café, wo es übern Sommer Kaffee, Kuchen und Musik aus dem Stadtteil und für den Stadtteil gibt. War dieses Jahr jetzt schon zwei Mal dort, und insbesondere Harbour Violet voriges Wochenende war eine prima Entdeckung. Mal schauen, ob ich dieses Wochenende auch noch mal Zeit finde, was zu entdecken …
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Dom zu Lübeck, Mühlenteich (2)

Derselbe Standort wie gestern, diesmal in Panorama-Proportionen, 65mm mit Orangefilter (das trennt den Backstein sehr gut von den Bäumen, vergleiche gestern ohne Filter) plus ND32-Filter, womit ich, jetzt ohne direkte Sonne, bei mittlerer Blende und 100 ASA auf ca. anderthalb Minuten Belichtungs­­zeit gekommen bin – Klick aufs Bild für Großansicht.

Dank meiner Kassettenschieber-Bastellösung passte auch noch eine Variante ohne ND-Filter aufs selbe Blatt Film, nur knapp eine Sekunde belichtet (die Diskrepanz zwischen Filter­faktor 1:32 und 1:90 Sekunden Belichtung erklärt sich durch Schwarzschild-Kompensation):

Aber wenn ich sowieso schon Bewegungs­­unschärfe im Laub habe (ziemlich kräftiger Wind an dem Tag), dann finde ichs schöner, wenn man wie oben das Pusten auch dem Wasser und den Wolken ansieht …

Allerdings lässt sich dieser Effekt nicht unbegrenzt verbessern: Etwas später am Tag war ich noch auf der Aussichts­plattform von St. Petri und habe von dort mit dem 210er und ND1000-Filter noch ein Dom­panorama probiert. Da kam ich bei relativ weit offener Blende bereits auf 25 Minuten, und dabei kamen die Wolken als ein einziges Wischiwaschi rüber. (Zu sehen auf meiner ansonsten inzwischen privaten flickr-Seite.)

Wem hilft die Deutsche Umwelthilfe?

Ich kann nicht abstreiten, erhebliche Sympathien auch für radikalere ökologische Konzepte zu haben. Demnach müsste ein Verein, der sich Deutsche Umwelt­hilfe nennt, voll auf meiner Linie sein – wenn also Wort­meldungen der DUH selbst bei mir regel­mäßig für Blut­hoch­druck sorgen, läuft irgendwas falsch … Und als sie den Berliner Verkehrs­unfall vom vorigen Freitag mit vier Toten zum Anlass nahm, für ein SUV-Verbot* zu trommeln, war für mich ein neuer Tief­punkt erreicht: Tragische Unglücke dankbar für die eigene Agenda zu instru­menta­lisieren ist ekel­erregend selbst­gerecht und in puncto Argu­mentations­niveau kaum mehr zu unter­bieten. Wenn es der Organi­sation tatsächlich um die Umwelt geht, ist es jedenfalls eine kontra­produktive Strategie, selbst auf umwelt­bewegte Menschen möglichst unsym­pathisch zu wirken.

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* das für sich genommen gar nicht mal doof wäre, zumindest was die ganz großen Modelle angeht. Wenn das Hüft­leiden so fort­geschritten ist, dass man in kein flacheres Auto mehr reinkommt, tut’s vielleicht auch die SUV-Mittel­klasse, und rationale Argumente für X7, GLS und Co. gibt es nun mal nicht. Probe aufs Exempel: Man nehme das größte SUV, dessen man habhaft wird, stelle einen viertel-so-teuren Klein­liefer­wagen daneben und belade beide mit typischer „Sports-Utility“-Nutzlast, bspw. zwei bis drei Fahr­rädern. Der dabei vernehmbare Knall kommt von der rückstands­freien Verpuffung des Argu­ments, ein SUV sei ja soo nützlich …

Dom zu Lübeck, Mühlenteich (1)

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Manchmal ist das Langwierigste am Fotografieren das Warten aufs Licht … grade war ich fertig geworden mit Einstellen*, da verschwand die Sonne hinter einer wirklich großen Wolke und bequemte sich erst nach einer Viertelstunde wieder hervor. Derweil habe ich die vier Menschen mit Buntstiften und Skizzenbüchern, pardon, Urban Sketcher auf der Bank nebenan ein bisschen beneidet – die konnten einfach weitersketchen und sich die Sonne dazudenken :-)

* 4×5 Zoll, Fomapan 100, 127mm, kein Filter