Große Wellen

CyanoComp_Segelboot

Damit diese Galerie nicht nur noch auf Autopilot läuft (Zeit­planung für Artikel ist ja sehr komfor­tabel – ich könnte schon längst an einem paradie­sischen [*] Ort die Füße baumeln lassen und keiner würde es merken), kommt hier mal wieder was ganz Frisches aus meiner Cyanotypie-Hexenküche. Im Gegensatz zur vorigen Doppel­belichtung ist diese in zwei Durch­gängen entstanden – erst nachdem ich das Segel­boot (das ist dieses hier) solo für zu blass befunden hatte, kam eine weitere Schicht Lösung drauf, und ich habe eine Ausschnitt­vergrö­ßerung der Wellen (das sind diese) drüberbelichtet.

[*] für diejenigen Leser*innen, die mich noch nicht lange kennen: Ungeachtet sonstiger Eigen­schaften ist für mich die Conditio sine qua non für Paradie­sigkeit, dass es weit und breit keine Computer und schon gar kein Internet gibt …

VerkehrT

Den sonnigen Pfingstsonntag haben wir für eine kleine Radtour im Ostholsteinischen genutzt. War richtig schön an der Steilküste zwischen Travemünde und Niendorf, dann durch die Aalbeek-Niederung und eine Runde um den Hemmelsdorfer See. Fotos gibts noch keine, ich habe Bild #3 und #4 auf einem 36er Film belichtet, kann also dauern …

Ein Gedanke aber schon mal: Liebend gern würde ich bei solchen Unternehmungen viel häufiger die Anreise der Deutschen Bahn anvertrauen, aber für mehrere Personen ist das so absurd teuer, dass es für Haushalte, in denen bereits ein Auto vorhanden ist, nicht ansatzweise konkurrenzfähig wäre. Schon zu zweit würden wir für die Gesamtstrecke von kaum über 100 km einschließlich Fahrradbeförderung rund 35 Euro bezahlen, wir wären dabei länger unterwegs als auf der A1 selbst mit dem üblichen Baustellenstau und müssten zudem in einem Bahnhof umsteigen, in dem die Fahrstühle erfahrungsgemäß gern mal außer Betrieb sind. Derweil gibt es in Travemünde einen riesigen Gratisparkplatz in Strandnähe, es fallen also nur die reinen PKW-Betriebskosten an. Wer soll denn da freiwillig die Bahn nehmen? (Manchmal mache ich das zwar, wenn ich allein unterwegs bin, schon weil ich dann einen anderen Ziel- als Startbahnhof nehmen kann und nicht zwingend eine Rundtour fahren muss. Aber dann fahre ich gern z.B. von SH nach MVP oder umgekehrt, eben beiderseits der Lübecker Bucht, und dann ist das Zugticket auch gleich wieder viel teurer …)

Wenn unser Verkehrssystem ein nachhaltiges werden soll, dann müssen sich diese Verhältnisse genau umkehren, würde ich sagen: Dann muss es ganz selbstverständlich sein, dass wir für solche Wochenendtrips die Öffis verwenden, weil sie attraktiver und preisgünstiger sind als die individualmotorisierte Anreise. Ob ich das wohl noch erlebe?

Fragt eure Kinder oder Enkel, wen ihr wählen sollt

Heute hab ich mir mal die knappe Stunde Zeit genommen, mir das derzeit heiß diskutierte Video Die Zerstörung der CDU anzuschauen. Tut es auch, falls noch nicht geschehen, und haltet (der gewöhnungs­bedürftigen Jugendsprache zum Trotz) durch bis zum Schluss – es lohnt sich!

Und nach dieser in einzelnen Details angreifbaren *, im Großen aber treffsicheren Analyse der Wirtschafts-, Klima- und Außen­politik der letzten Jahre überlegt bitte doppelt gründlich, wem ihr bei der Europa­wahl und auch sonst eure Stimme gebt. Selbst wenn dieses Video, was ich sehr hoffe, dazu beiträgt, die Wahl­beteiligung bei jungen Menschen zu steigern, ändert das nichts daran, dass die größere Zahl der Wahl­berechtigten die mittel­fristigen Folgen ihrer Entschei­dungen nicht mehr selbst erleben werden. Also, liebe Eltern, liebe Großeltern: Ihr wählt nicht nur für euch. Fragt eure Kinder und Enkel, wen sie wählen würden, und nehmt eure Verantwortung ernst.
Danke.

[* Die FAZ z.B. arbeitet sich gleich mit vier Redakteuren und ziemlich verbissen an den Details ab; diese Energie würde man sich von Wächtern der Demokratie häufiger mal wünschen, wenn es um Factchecking politischer Prozesse geht …]