Mittelklasse-Nullnummer?

Alle paar Jahre schauen wir uns mal den ESC an, so auch gestern. Aber so öde war es noch nie – außer dem albanischen Beitrag, der zumindest a bisserl lokal­koloriert war, und dem Umstand, dass Codo, der Dritte (aus der Sternenmitte) noch lebt und heute offen­sichtlich viel zuviel Islandmoos raucht, ist mir musikalisch überhaupt nichts in Erinnerung geblieben. Zwei Dutzend Mal globali­sierter Konsenspop, da hätte nahezu jedes Lied aus jedem Land kommen können.

Einzig interessant fand ich am späteren Abend Folgendes: Weiterlesen „Mittelklasse-Nullnummer?“

Real existierender Götterbote

Bis heute war ich der festen Überzeugung, dass alle im Netz dokumentierten Sichtungen von Hermes-Paket­auslieferern auf einen Bericht desselben Zeitgenossen zurückzuverfolgen sind, der auch 2017 mit Elvis Presley gesprochen hat. Aber gerade hat er tatsächlich an der Tür geklingelt. Also nicht Elvis, sondern der Hermes-Fahrer … Ich war zu überwältigt von dieser Erscheinung, um ihn zu fotografieren, aber das Paket liegt noch hier zum Beweis, dass ich das nicht geträumt habe. Und es ist sogar, wie angekündigt, am Samstag ausge­liefert worden. Gut, es war nicht der Samstag, der angekündigt war, aber es hatte nur eine einzige Woche Verspätung – folgt man den sonstigen Erfahrungs­berichten im Netz, dann darf das nach Hermes-Maßstäben wohl als Same-Day-Express-Delivery gelten.

Zentimeter oder Zoll

Tja, welche der beiden darf denn mitmachen?
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Eventuell kommen sie auch beide zum Einsatz, die 6×9-Zentimeter-Agfa und der 6,5×8,5-Zoll-Eigenbau mit seinen hosen­trägrigen Kassetten-Haltern, am kommenden Sonntag, der wie jeder letzte im April als Weltloch­kameratag zelebriert wird. Oder ich schlage den Mittelweg ein und nehme die Fachkamera, 9×12-cm-Film und vielleicht eine Panorama-Maske? Hach, zu viele Optionen mal wieder :-)
Falls jemand von euch auch beim Pinhole Day mitmacht: Viel Spaß!

(Un-)Gesunde Skepsis

Neulich ergab es sich, einige Dinge mit jemandem zu diskutieren, der den menschlichen Einfluss aufs Klima bestreitet bzw. das eigentliche Problem weniger in Treibhausgasen als vielmehr in Chemtrails sieht. Solche Diskussionen sind zwar per se zwecklos, aber als argumentative Fingerübung verfasste ich trotzdem ein paar E-Mails. Hier nun, anonymisiert, meine abschließenden Gedanken:

Was du die Mainstream­erkenntnisse in der Klimadebatte nennst, ist ja keine Mehrheits­*meinung*, sondern ein Grundkonsens darüber, was als gesicherte Tatsache gelten kann und an welchen Stellen noch Unsicher­heiten bestehen. Um diese Tatsachen festzu­stellen und in einem kontinu­ierlichen Prozess die Unsicher­heiten zu beseitigen, dafür gibt es in der Welt der Wissenschaft normierte Verfahren, die über alle ideologischen Grenzen hinweg anerkannt sind (und die ebenfalls kontinu­ierlich verbessert werden, wo sie noch Defizite haben – so wie die traditionelle „Double blind“-Form des Peer Reviewings neuerdings durch transpa­rentere Open Reviews ergänzt wird, weil man sich der Probleme von Doppelblind-Verfahren bewusst ist).

Wer (wie der Chemtrails-Flyer so keck Kant zitiert) den Mut hat, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, der muss, um da, wo er selbst nicht die Kenntnisse hat, auf die Ergebnisse aus wissen­schaftlichen Erkenntnis­prozessen zurückgreifen. Es ist ja gerade kennzeichnend für Wissen­schaft, die ernst genommen werden möchte, dass sie zuallererst sich selbst anzweifelt und etwas erst dann als Tatsache gilt, wenn es nach rational nachvoll­ziehbaren Kriterien verifiziert ist. Weiterlesen „(Un-)Gesunde Skepsis“

Das eigentlich Absurde

Ignorieren wir ruhig die Frage, ob Steuer­gelder dafür ausgegeben werden sollten, ein unpopuläres Thema mittels verbaler und visueller Geschmack­losigkeiten in den öffentlichen Diskurs zu rammsteinern; und ignorieren wir außerdem, dass das Daten­material nach wie vor keine eindeutigen Aussagen zur Nütz- oder Schädlichkeit erlaubt. Das eigentlich Absurde an der aktuellen Radhelm-Kampagne ist, woher sie kommt:

Rechnet angesichts der Regierungs­position zu Tempolimits wirklich noch irgendwer im Bundes­menschen­verstands­ministerium damit, ausgerechnet mit Aussagen zur Verkehrs­sicherheit ernst genommen zu werden?

Zwei 36er

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Ein kurzer Blick hinter die Kulissen: Man hat als filmbasiert arbeitender Fotograf ja mehrere Möglichkeiten, so viel Film mitzunehmen, dass es für 36 Aufnahmen ohne Wechseln reicht … die Variante links ist fraglos die portablere, aber für meine Zwecke hat rechts leider die wichtigeren Vorteile. (Wobei ich mich zum Wandern oder Radfahren auf 3 bis 5 Kassetten beschränke und dann – wenn ich wirklich mehr als 10 Fotos an einem Tag machen will, was selten genug vorkommt – noch einen Wechselsack mitnehme.)