Schleierhaft

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Als vorläufig letzter Eintrag in diesem Stil: ein besonders krasses Beispiel eines in der Entwickler­schale verschlei­erten Negativs. Was genau ich dabei falsch mache, ist mir buchstäblich schleierhaft, weil der Fehler nicht reprodu­zierbar auftritt – manchmal sehen Bilder, die auf die gleiche Weise entwickelt sind, einwandfrei aus. Gut, ich kann damit leben, weil das Ergebnis auf seine Art auch interessant ist; nur eben als Vorlage für eine harte, streng grafische Cyanotypie taucht das so nix.

Auch am Bach

Zum Osterwochenende mal wieder ein Eintrag der inoffiziellen Kategorie Accidental Art:20200404_GF912_FO5_210mm_OetjendorfBach

Wurzeln und Wasser sind ja noch so geworden, wie ich mir das vorge­stellt hatte (siehe im Text hier), aber der Vorder­grund, den ich eigens in die Schärfe­ebene geschwenkt hatte, ist bei der Schalen­entwicklung wieder verschleiert, wodurch die Kontraste insgesamt völlig anders wirken als geplant. Dieser Teil­bereich meiner Dunkel­kammer-Prozesse hat definitiv noch Luft nach oben.

Dies bleibt das einzige Silber­pixelchen über die Feiertage; nebenan bei den Pixeleien wird es zwar auch keine Eier geben, aber jeden Tag viel frische Farbe.

Habt trotz aller Einschränkungen schöne Ostern!

Am Bach

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Mal wieder was Frisches, nämlich ein 40-sekündiger Blick durchs Super­weit­winkel auf einen meiner Lieblings­plätze im Wald am anderen Ende meines Dorfes.

Dieses Bild würde tonal prima in die Blog-Kategorie Papier­negativ passen, da gehört es aber nicht hin. Es ist viel­mehr ein Strichfilm-Negativ, relativ weich (und in der Schale mal wieder etwas schlierig) entwickelt, um eine möglichst gute Direkt­vorlage für eine Cyano­typie zu bekommen – dadurch eignet es sich leider weniger für normale Weiter­verarbeitung wie hier. Man kann halt nicht alles haben …

Lange Schatten

Nicht das erste Foto vom ersten Januar, aber das erste und bisher einzige, das ich schon entwickelt habe – die anderen lagern noch latent auf der Kleinbild-Rolle. Den Kontrast hatte ich mir knackiger vorgestellt – dies war probe­halber eine Zweibad-Schalen­entwicklung mit RHC zu Beginn, aber darin hätte das Negativ noch ein Minütchen länger baden können.

Ebenfalls noch im Probier­stadium ist übrigens mein Setup zum Digitali­sieren meiner Großformat-Negative; statt des zunehmend unzuver­lässigen Scanners kommt neuer­dings, Dank an den Weihnachts­mann!, ein kleiner flacker­freier LED-Leuchttisch unter der DSLR zum Einsatz.

Ein Geisterbild

Als letzter Eintrag im verschwindenden Jahr 2019 noch einmal ein Bild aus der Kategorie Accidental Art:

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Dies ist derselbe Steg wie dieser, und das Foto ist auch bei derselben Gelegen­heit entstanden. Beim Nach­bearbeiten des recht dichten Negativ-Scans zeichneten sich die beiden Personen in der rechten Bild­hälfte ab, von denen ich nicht weiß, wie sie dorthin gekommen sind. Zwar erinnere ich mich, während der mehr­minütigen Belichtung mit einer Spazier­gängerin geplaudert zu haben, aber ganz sicher standen wir nicht vor der Kamera …

Mag sein, dass sich das hätte vermeiden lassen, wenn ich trotz des nur mehr schwachen Rest­lichts noch das Dunkel­tuch übers Kamera­rückteil gelegt hätte. Anderer­seits hat Kollege Zufall hier einmal mehr ein inter­essantes Ergebnis abgeliefert.

Ich wünsche euch viele angenehme Überraschungen für 2020!