Lange Schatten

Nicht das erste Foto vom ersten Januar, aber das erste und bisher einzige, das ich schon entwickelt habe – die anderen lagern noch latent auf der Kleinbild-Rolle. Den Kontrast hatte ich mir knackiger vorgestellt – dies war probe­halber eine Zweibad-Schalen­entwicklung mit RHC zu Beginn, aber darin hätte das Negativ noch ein Minütchen länger baden können.

Ebenfalls noch im Probier­stadium ist übrigens mein Setup zum Digitali­sieren meiner Großformat-Negative; statt des zunehmend unzuver­lässigen Scanners kommt neuer­dings, Dank an den Weihnachts­mann!, ein kleiner flacker­freier LED-Leuchttisch unter der DSLR zum Einsatz.

Ein Geisterbild

Als letzter Eintrag im verschwindenden Jahr 2019 noch einmal ein Bild aus der Kategorie Accidental Art:

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Dies ist derselbe Steg wie dieser, und das Foto ist auch bei derselben Gelegen­heit entstanden. Beim Nach­bearbeiten des recht dichten Negativ-Scans zeichneten sich die beiden Personen in der rechten Bild­hälfte ab, von denen ich nicht weiß, wie sie dorthin gekommen sind. Zwar erinnere ich mich, während der mehr­minütigen Belichtung mit einer Spazier­gängerin geplaudert zu haben, aber ganz sicher standen wir nicht vor der Kamera …

Mag sein, dass sich das hätte vermeiden lassen, wenn ich trotz des nur mehr schwachen Rest­lichts noch das Dunkel­tuch übers Kamera­rückteil gelegt hätte. Anderer­seits hat Kollege Zufall hier einmal mehr ein inter­essantes Ergebnis abgeliefert.

Ich wünsche euch viele angenehme Überraschungen für 2020!

Musikentdeckung: Robert Carl Blank

I’m still evolving out loud

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Laut seiner Website ist er schon seit Anfang der Nullerjahre in Deutschland als Singer/Songwriter unterwegs, aber wir haben Robert Carl Blank erst diesen Sommer auf dem Bandfestival Bargfeld-Stegen entdeckt. Und wir waren beide begeistert – ein völlig unprätentiöser Typ mit toller Stimme und ebensolcher Ausstrahlung. Dass ich jetzt erst darauf komme, liegt daran, dass gerade seine neueste CD, The Poet, im Briefkasten lag. Die hatte er über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert, um sie in Eigenregie daheim aufnehmen zu können; die Aktion war beim Festival zwar grade abgelaufen, aber ich hatte trotzdem noch per Mail eine bei ihm vorbestellen können. Richtig feine Geschichten-Miniaturen, schlicht und schön. Wobei die dezente zusätzliche Instrumentierung (hier ein Cello, da Drums) für meinen Geschmack gar nicht mal nötig wäre; die Songs funktionieren allein mit Roberts Stimme und seiner Gitarre mindestens genauso gut. Jedenfalls freu ich mich schon auf die nächste Gelegenheit, ihn mal wieder live zu erleben.

PS: Happy Blogday To Me, dies ist der 500. Artikel hier auf Silberpixel  :-)

Rügen 1998

Wir sprachen neulich drüber: Von allen Pilz­bildern, die ich im Lauf der letzten, hoppla, 35 Jahre gemacht habe, ist mir dies das liebste. Ist zwar weder das detail­reichste noch das schärfste, aber ich mag das Licht … Irgendwo im Wald an der Stubben­kammer auf Rügen mit dem 55er Makro auf Agfa Scala Schwarzweiß-Diafilm – und ich erinnere mich vage an eine ziemlich unbe­queme Haltung beim Foto­grafieren, weil ichs ohne Stativ aufgenommen habe :-)

Schöner Schein

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November ist eine tolle fotografische Saison. Zumindest wenn man auf tief stehende Sonne Wert legt, denn die hat man quasi den ganzen Tag über – dieses Foto zum Beispiel ist um die Mittagszeit entstanden, dafür muss man gar nicht mal früh aufstehen :-)

(Hier mal ohne die Negativränder – mein Scanner arbeitet neuerdings mit den Filmhalter-Einsätzen zuverlässiger als bei Planlage des Films direkt auf dem Glas; aber die Halter geben leider nur das Netto-Bildformat frei.)

Jahreszeitenbaum

Als ich durch Zufall vor einigen Monaten im Internet dieses Bild eines Baums auf einem Feld sah, hab ich ihn sofort wieder­erkannt: als „meinen“ Jahres­zeiten­baum – den ich nämlich vor rund 20 Jahren über den Jahreslauf mehrmals aufge­sucht habe, um eine dieser klassischen Vier-Jahres­zeiten-Serien zu fotografieren.

Leider wohne ich nicht ganz so dicht dran wie die Autorin des oben verlinkten Blogs, sondern hatte eine halbe Stunde Anfahrweg mit dem Auto oder gut das Doppelte mit dem Fahrrad, weshalb ich nicht immer das beste Licht erwischte; und damals, in the days before Digi­knipsen, habe ich auch den Standort und Blick­winkel nur ungefähr repro­duzieren können, wie man an den Büschen im Hintergrund sieht.

Außerdem ist man von heutigen EBV-Gepflogen­heiten ja ziemlich versaut: Technisch war das für die Zeit hohes Niveau – dürfte Fujichrome Provia 100 gewesen sein in der Nikon F4, 180er Fes­tbrennweite bei mittlerer Blende auf einem 5-kg-Stativ und mit Kabel­auslöser, wahrscheinlich auch Spiegel­vorauslösung –; aber wenn man in die Dia-Scans ein bisschen reinzoomt, sieht das gar nicht mehr so dolle aus, eher mittel­mäßige Auflösung. Aber muss man denn reinzoomen? Das war in der Projektion (ja, so richtig mit guter Leinwand – hängt im Keller immer noch an der Decke und wird manchmal als Foto-Hintergrund benutzt) völlig ausreichend, und auch die Cibachromes dieser Serie, die ich damals habe rahmen lassen, sind an der Flur-Wand meiner Eltern immer noch ansehnlich. – Eins allerdings spricht fürs Reinzoomen am Monitor: Bis heute, als ich die Dias gescannt habe, war mir noch nicht aufgefallen, dass im Winter-Motiv (außerhalb des oben gezeigten quadratischen Ausschnitts) Rehe am Äsen waren :-)
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Lübecker Türme

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Es war eine gute Idee, zu einem Termin in Lübeck ein bisschen früher anzureisen und das Faltrad in die Bahn mitzunehmen: Auf diese Seite der Wakenitz, im Stadtteil St. Gertrud, war ich bisher nicht gekommen, und von hier sieht man fast alle Kirchtürme der Innenstadt auf einen Blick (außer dem nicht sehr hohen Turm der Probsteikirche). Von links nach rechts: der Doppelturm des Doms, St. Aegidien, in der Mitte St. Petri, dann die zwei Türme von St. Marien und schließlich St. Jakobi. Diesen Standort merke ich mir für einen Tag mit besserem Licht …

Selfie

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Sozusagen ein visuelles Nachwort zum Bahn-Artikel neulich, entstanden beim ausge­dehnten Warten im Regionalzug, als uns ein Stellwerk­ausfall, nachdem wir bereits mit einer Stunde Verspätung in HH ange­kommen waren, weitere 40 Minuten Aufen­thalt bescherte. Da ich dieses Negativ (Foma 400 in der Rolleicord) ohnehin eher knapp belichtet hatte und bei der Filment­wicklung mal wieder eine neue Sorte Schlieren kennen gelernt habe (seufz), hab ich den Scan in Photoshop ziemlich gequält; aber das Ergebnis passt zur Stimmung jener Nacht …

Artbook Berlin

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Kurzer Hinweis für Liebhaber*innen von Buchstaben in allen analogen Erscheinungs­formen: Vom 22. bis 24. November findet in Berlin-Kreuzberg, Kunsthaus Bethanien, die Messe Artbook Berlin statt; ich werde einen kleinen Stand haben und eine Auswahl von Hand­gedrucktem und Cyano­typien zeigen. Der Eintritt für Besucher ist frei, und es wird viel tolle Buch- und Druck­kunst zu sehen geben. Kommt also zahlreich :-)

Travemünde, nach Sonnenuntergang

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Bis zur Abfahrt des Zuges in Trave­münde war noch genug Zeit für einige Belich­tungen am Strand. Hier waren es – die Sonne war schon ein Weilchen weg – mit dem 90er bei mittlerer Blende etwa fünf Minuten; fast ist man versucht, auf der durch die lange Belichtung spiegel­glatt gewor­denen Wasser­fläche Schlitt­schuh zu laufen … Und anschauungs­halber hier noch ein Making-of (leicht bearbeitet, um die Kamera klarer vom Hinter­grund zu trennen – doch, es ist eine Kamera und keine Mars­landefähre ;-))