Twins


Mal wieder ein bisschen was Verschleiertes. Dies ist der abgelegene Teich, der neulich bereits nebenan Thema war (hier, hier und hier), fotografiert mit der Reisekamera und dem wunderbaren 127er auf 9×12-Strichfilm als Versuch, vielleicht doch mal ein Rezept hinzu­bekommen, wie ich auf direkt nutzbare, hinreichend harte (aber klare) Negative als Cyanotypie-Vorlagen komme. Rechts sieht gar nicht mal schlecht aus, hier im Scan, leider ist das Negativ extrem dicht – das war Rodinal 1:150 bei 12 Minuten kontinu­ierlichem Kippen in der Dose. Links ist im Negativ von den Tonwerten her deutlich besser, aber dafür hat es wieder die lästigen Schleier – das war ebenfalls Rodinal, etwas stärker verdünnt bei ca. 1:200 und, nach einer Minute Kippen, 30 Minuten Stand­entwicklung, dann noch gefolgt von einer halben Minute in ca. 1:20 RHC (wobei ich halt nicht weiß, ob die Schleier nur von dieser kurzen Kontrast verstär­kenden Zweit­entwicklung kommen). Da muss ich also noch ein bisschen weiter experimentieren.

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Gleiche Gelegenheit und gleiche Technik wie beim vorigen Bild, nur in Lightroom anders getont. Ein klassischer Fall von Einen Versuch war’s wert, aber … – zwar war das Objektiv ganz offen, um auf eine kurze Verschlusszeit zu kommen (hier eine Dreißigstel), und ich habe zusätzlich auf einen windarmen Moment gewartet, doch die Schärfe ist dennoch nicht so, wie sie sollte: Makro im Freien ist einfach nicht die Domäne der Großformatigen.

O. T.

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Bevor der Monat ganz rum ist, noch mal ein aktuelles, vor knapp 14 Tagen fotografiertes Schwarzweißbild (Fomapan 100 4×5 Zoll, 210mm und Orangefilter). Zu berichten gibt es nichts weiter, ich komme vom Schreibtisch de facto nicht mehr weg. Grade dass die Mittagspause alle paar Tage noch für frische Knipsbildchen nebenan reicht – wenn ich in meinem momentanen Tempo weitermache, reicht mein SW-Filmvorrat noch bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts …

Mehr als genug

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Kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal schon im April akute Wald­brand­gefahr hatten – und die Trocken­heit will noch gar kein Ende nehmen. Ich glaube, selbst wenn ich nicht sowieso ein November­typ wäre, hätte ich mittlerweile die Nase voll von ganztags strahlend blauem Himmel. Und mich stört das Wetter ja nur – für die Land- und Forst­wirt­schaft entwickelt sich da grade ein echtes Problem.

Trotz ernsten Hinter­grunds noch diese Anmerkung: Sonne lacht, Blende hundertacht. Genau: Am kommenden Sonntag, dem letzten im April, ist wieder Welt­loch­kameratag – dieses Jahr ohne die Community Events drumrum, aber dafür mit erwei­tertem Einsende­schluss, damit möglichst niemand aus der Analog-Fraktion Probleme bei der recht­zeitigen Film­entwicklung hat. (Digital fotografierte Pinholes werden nach wie vor auch akzeptiert.)

Mondaufgang

Was Farbfilterung für Schwarzweißbilder angeht, bin ich ein bisschen aus der Übung:
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Hier hätte man den Mond gern ein bisschen besser sehen dürfen, aber das Grünfilter war offenbar nicht die beste Wahl zur Kontrast­verstärkung. Bei einer zweiten Analog-Version dieses Bildes, mit Orange-Filter, ist in der Entwicklung was schief gegangen, aber man konnte schon erahnen, dass wahrscheinlich ein Rotfilter noch deutlich wirksamer gewesen wäre; anderer­seits wäre dann all das junge Grün untenrum viel zu dunkel geraten. Oder ein Rotverlaufsfilter? Ne, damit fange ich nicht auch noch an …

Zum Vergrößern (dies ist erst mal ein Scan vom Negativ) würde ich wahr­scheinlich Multigrade-Papier nehmen und die Himmels-Partie mit Stufe 4 oder 5 nach­belichten. Jedenfalls hätte Ansel Adams, an den ich bei diesem Setting natürlich denken musste, das deutlich souveräner gelöst. Und dass das Digitalfoto derselben Szenerie zumindest am Schirm deutlich besser aussieht, darüber müssen wir nicht reden – aber davon kann ich halt nicht direkt z.B. eine Cyanotypie machen.

Weiter am Bach (1)

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Ich komme noch einmal auf diese charmante Stelle mitten im Wald zurück, wo ich ausgesprochen gern am Bachufer auf einem Baumstamm sitze und einfach die Ruhe genieße (bevor ich irgendwann den großen Rucksack öffne und das Fotostudio aufbaue). Dieser und der folgende Beitrag zeigen Fingerübungen mit der Tilt-Funktion der Holzkamera, um Objektiv- und Filmebene gegeneinander zu verschwenken – siehe kleines Bild, ebenfalls an dieser Stelle entstanden. Diese Manipulation der Schärfeebene kann man inzwischen auch digital simulieren, aber wie so oft macht mir das auf die klassisch-handwerkliche Methode mehr Spaß.