Jahreszeitenbaum

Als ich durch Zufall vor einigen Monaten im Internet dieses Bild eines Baums auf einem Feld sah, hab ich ihn sofort wieder­erkannt: als „meinen“ Jahres­zeiten­baum – den ich nämlich vor rund 20 Jahren über den Jahreslauf mehrmals aufge­sucht habe, um eine dieser klassischen Vier-Jahres­zeiten-Serien zu fotografieren.

Leider wohne ich nicht ganz so dicht dran wie die Autorin des oben verlinkten Blogs, sondern hatte eine halbe Stunde Anfahrweg mit dem Auto oder gut das Doppelte mit dem Fahrrad, weshalb ich nicht immer das beste Licht erwischte; und damals, in the days before Digi­knipsen, habe ich auch den Standort und Blick­winkel nur ungefähr repro­duzieren können, wie man an den Büschen im Hintergrund sieht.

Außerdem ist man von heutigen EBV-Gepflogen­heiten ja ziemlich versaut: Technisch war das für die Zeit hohes Niveau – dürfte Fujichrome Provia 100 gewesen sein in der Nikon F4, 180er Fes­tbrennweite bei mittlerer Blende auf einem 5-kg-Stativ und mit Kabel­auslöser, wahrscheinlich auch Spiegel­vorauslösung –; aber wenn man in die Dia-Scans ein bisschen reinzoomt, sieht das gar nicht mehr so dolle aus, eher mittel­mäßige Auflösung. Aber muss man denn reinzoomen? Das war in der Projektion (ja, so richtig mit guter Leinwand – hängt im Keller immer noch an der Decke und wird manchmal als Foto-Hintergrund benutzt) völlig ausreichend, und auch die Cibachromes dieser Serie, die ich damals habe rahmen lassen, sind an der Flur-Wand meiner Eltern immer noch ansehnlich. – Eins allerdings spricht fürs Reinzoomen am Monitor: Bis heute, als ich die Dias gescannt habe, war mir noch nicht aufgefallen, dass im Winter-Motiv (außerhalb des oben gezeigten quadratischen Ausschnitts) Rehe am Äsen waren :-)
Screenshot at Nov. 16 01-10-59

5 Kommentare zu „Jahreszeitenbaum

  1. Vielen Dank fürs Heraussuchen und Zeigen dieser Bilder. Das bereitet mir eine große Freude, „meinen“ Lieblingsbaum auf so alten Bildern zu sehen. Dias :-) Die gute alte Zeit. Wie du schon schreibst, es ist heute wirklich bedeutend einfacher, aber bringt auch weniger drum rum mit sich. Die Rehe jetzt am Monitor das erste Mal zu erkennen erinnert mich an Makroaufnahmen, wo einem das ja auch oft so geht. Erst am Monitor erkennt man wirklich, was man alles aufgenommen hat. Der Baum hat sich kaum verändert, hier und da fehlen Äste, aber im großen und ganzen sieht er heute noch genauso aus. Schön!

    1. Stimmt, Makroaufnahmen sind ein gutes Beispiel – wenn man nicht grade mit der Lupe auf dem Waldboden rumkriecht, kann man die Schönheit der Details (von Pilzen, Flechten, kleinen Blüten) oft erst auf dem großen Bildschirm so richtig wahrnehmen. Oder in der Projektion – mein Lieblings-Pilzfoto stammt auch aus Dia-Tagen, das suche ich demnächst mal raus :)

      1. Hab das Bild gefunden*, hier ist es.

        * wie meist bei meinem großen analogen Archiv innerhalb weniger Minuten – da habe ich noch ein recht ausgeprägtes visuelles Gedächtnis und muss mich nicht darauf verlassen, jedes Bild penibel verschlagwortet zu haben :-)

  2. Schön! So eine Serie wollte ich früher auch mal machen und hatte lange gesucht bis ich einen Baum fand, der allerdings nach zwei Bildern gefällt wurde. Die Rehe zeigen, dass die Auflösung der alten analogen Systeme von Objektiv bis Film gar nicht so schlecht war – da hatte ich auch mal ein Aha-Erlebnis (muss ich auch raussuchen).

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