Nochmals zu den „21 Lektionen“

Tatsächlich blieb meine Lektüre der letzten paar Tage lesenswert* bis zum Schluss, wenn ich mir auch an einigen Punkten konsequenteres Zu-Ende-Denken gewünscht hätte – und etwas mehr Radikalität hier und da, mehr Ecken und Kanten. Im Grunde stellt es eine intelligent kommentierte Liste der wesentlichen Probleme dar, die sich bei der Beschäftigung mit der näheren Zukunft stellen; und je nach Interessenlage wird man bei diesem oder jenem Kapitel verlockt sein, gleich noch vertiefend weiterzulesen. Weiterzudenken sowieso.

In jedem Fall sind die 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert gut geeignet, um die eigenen Prioritäten bei der Wahrnehmung der Welt kritisch zu hinterfragen, und dank (nur manchmal zu) locker-humorvoller Erzählweise wird man dabei auch noch gut unterhalten.

Schade fand ich, dass der finale Abschnitt meinen spontanen Gedanken am Ende von Kapitel 20 bestätigte, „Das wäre ein guter Schluss!“ Denn in Numero 21 geht es um Meditation (ausdrücklich nicht im Sinne religiöser Riten oder esoterischen Quarks, sondern als aus Sicht des Autors valides Mittel, den Geist – als vom Gehirn zu Unterscheidendes – aus erster Hand zu erforschen) – und indem Harari betont, wie zeitaufwendig echte Meditation sei und dass er sich jedes Jahr für ein bis zwei Monate in einen Retreat zurückziehe, bekommt ein ansonsten sehr lebensnahes Buch auf den letzten Seiten doch noch eine Anmutung von In den obersten Stockwerken des Elfenbeinturms geschrieben

*Erbsenzählerfußnote: und fehlerarm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.