Pixeleien

Nicht dass ich annähme, dass die Welt dringend noch ein weiteres Fotoblog braucht … Aber für mich selbst muss ich doch konsta­tieren: Da fehlte noch was.

Erstens macht es keinen Spaß, für die sicher irgendwann unver­meidliche Umstellung auf Gutenberg nur per Rumbasteln auf unver­öffentlichten Dummy-Websites zu üben.

Zweitens, und wichtiger: Meine analoge SW-Fotografie (das Silber in Silberpixel) fühlt sich ein bisschen kanni­bali­siert, wenn hier über längere Strecken Digital­fotos in womöglich intensiver, farbstarker Bearbeitung präsent sind. Das hat für mich beides seinen Wert, aber die eine Sorte ist visuell deutlich lauter als die andere, und das kommt mir nicht fair vor.

In diesem Sinne: Silberpixel proudly presents Pixeleien :-)

Hab ich in einer recht spontanen Eingebung vor ein paar Tagen bei wp.com einge­richtet und, damit ihr gleich was zu gucken habt, mit ein paar Dutzend Bildern aus dem Januar und Februar bestückt (auch wenn ich nicht mehr so exzessiv knipse wie früher, ein bisschen was kommt doch übern Monat zusammen und muss ja nicht nur auf dem Fotoserver einstauben). Im Idealfall geht es dort mit One Pic A Day weiter (aber ohne Zwang), und hier wird dann die silber­basierte Foto­grafie wieder etwas mehr Gewicht haben. (Gelegentliche rants zur Tages­politik bleiben auch hier.) Wenn ihr also was mit den grafischen Reizen des Belanglosen anfangen könnt und in eurem Feedreader noch ein Eckchen frei habt, dann schaut gern mal vorbei (es gibt auch gelegentlichen Flausch, so er mir denn vors Tele hoppelt!)

Was die Gutenbergsche Blockfrickelei angeht, so ist drüben noch nicht viel Besonderes zu sehen, das kommt vielleicht noch. Vor allem aber hoffe ich drauf, irgendwann mit dem WordPress-Instrumentarium so firm zu sein, dass sich beide Seiten unter dieser einen Adresse konsoli­dieren lassen und die Pixeleien dann z.B. eine Marginal­spalte in einem magazinigen Layout bekommen. Das muss halt auch auf Handys gut aussehen, auch wenn ich in diesem Leben nicht mehr begreifen werde, wieso man damit freiwillig im Internet rumklickt :-)

Waffen

(Während ich eine noch unge­tippte Rohfassung dieses Artikels bebrütete, der sich mit einigen Reaktionen auf das Hanauer Verbrechen beschäftigt, erfuhr ich von Volkmarsen. Ich lasse das jetzt mal außen vor, solange noch nicht offiziell bestätigt ist, dass der Autofahrer mit Vorsatz gehandelt hat; deshalb heißt dieser Artikel, entgegen einem ersten Impuls, auch nicht Von Autos und anderen Waffen.)

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Natürlich jammern die üblichen Verdäch­tigen jetzt wieder rum, das deutsche Waffen­recht dürfe auf gar keinen Fall noch schärfer werden. Immerhin sei es bereits jetzt eines der strengsten weltweit, wie es auch eingangs des sehr informativen Wikipedia-Eintrags zum Thema heißt. Aber wie kann es dann bitte passieren, dass Leute, die einen behörd­lich dokumen­tierten Sprung in der Schüssel haben, freien Zugriff auf Schusswaffen bekommen? In Deutschland herrschen doch sonst kaum Skrupel, büro­kratische Gängelung bis an die Erträglich­keits­grenze zu dehnen; aber wenn mal jemand die hervor­ragende Idee äußert, solch klassischen Terror­bedarf wie groß­kalibrige Waffen und die zugehörige Munition zentral zu lagern, statt die Einlagerung daheim jedem Psycho mit Waffen­besitz­karte zuzu­gestehen, ist das plötzlich viel zu aufwendig.

Dabei ist es für mein Empfinden ohnehin schon mehr als großzügig geregelt, was sich so alles als Sport­waffe bezeichnen lassen darf. Wenn man partout zum Spaß mit was anderem als etwa einem Langbogen schießen möchte, täte es auch eine Luft­druckwaffe, aber statt­dessen wird im sogenannten Schieß­sport sogar mit Feuer­waffen geschossen, die sich auch prima für die Groß­wild­jagd eignen. Nun würde ich nicht pauschal behaupten, dass jeder, der Groß­kaliber­schießen für Sport hält, direkt ein Fall für die Einweisung sei – aber einen gewissen Mangel an geistiger Reife darf man wohl getrost unter­stellen (Pubertät ist, nebst einher­gehender Fetischi­sierung fetter Wummen, erschreckend oft keine Frage des Alters).

Aber gut, lassen wir die großen Kindsköppe halt rumballern (solange sie niemandem wehtun). Doch was spräche ernst­haft dagegen, alle Schuss­waffen, die in Deutschland für Sport­zwecke registriert sind, ausschließlich in den jeweiligen Schützen­vereinen zu lagern und nur unter kontrol­lierten Bedin­gungen heraus­zugeben? Oder wenigstens die Munition? Im oben verlinkten Artikel wird aus einer Bundestags-Anhörung 2012 wie folgt zitiert: Alle Experten waren sich einig, dass eine Zentrallagerung die öffentliche Sicherheit stärker bedrohe als die Lagerung zu Hause. Die Annahme, dass weniger Waffen zu mehr öffentlicher Sicherheit führe, sei nicht begründet. (Das zugehörige Proto­koll ließ sich im Volltext nicht abrufen.) Mit Verlaub: Das klingt für mich so unmittelbar plausibel, als seien diese Experten bei der National Rifle Association angefragt worden …

So wäre, kurz gesagt, eine Verschärfung der einschlägigen Gesetze in meinen Augen eine höchst sinnvolle Sache. Allemal sinnvoller jeden­falls, als jetzt wieder die Bewachung von Moscheen und Synagogen zu verstärken oder, doch noch mal der Schwenk nach Nordhessen, alle Karnevals­umzüge bundes­landweit abzusagen. Klar, als Impuls nachvoll­ziehbar ist das alles unbedingt. Aber es ist eben genau das: impulsiv. Aktionismus. Blind und wenig Erfolg versprechend. Wer Terror ausüben möchte, findet einen Weg. Und indem durch solche Placebo-Maßnahmen ein diffuses Bedrohungs­empfinden verstärkt wird, spielt man genau denen in die Hände, die am lautesten von Recht und Ordnung schwadro­nieren – und damit doch nur die Rechte der ganz Rechten meinen.

Spätwintersonne

Bevor es demnächst mit weiteren Bildern meines Dezember-bis-Februar-Films weitergeht, hier noch ein wenig leidlich aktueller Sonnenschein:

Entstanden bei einer kleinen Radtour am vorigen Samstag ins Lauen­burgische, zu einem etwas abge­legenen Teich mit reicher Vogel­welt, den ich bisher nur von der Land­karte kannte. Zu meiner Begeisterung habe ich gleich beim ersten Rund­blick über die umliegenden Bäume nah und deutlich einen Seeadler gesehen; leider hat er sich nicht so lange geduldet, bis ich das Fernglas und die Kamera ausgepackt hatte …